Kurzantwort: Was eine Arbeitsschutz App leisten muss
Eine Arbeitsschutz App ist keine digitale Fotoablage. Ihr Nutzen entsteht, wenn sie den vollständigen Weg eines Arbeitsschutzthemas abbildet:
- Arbeitsbereich, Tätigkeit oder Prüfobjekt auswählen.
- Beobachtung, Gefährdung oder Mangel vor Ort erfassen.
- erforderliche Maßnahme fachlich festlegen.
- verantwortliche Person, Frist und Priorität zuweisen.
- Umsetzung und Rückfragen nachhalten.
- Wirksamkeit prüfen und das Ergebnis dokumentieren.
- aktuellen Stand exportieren und bei Änderungen fortschreiben.
Welche Module darüber hinaus nötig sind, hängt vom Betrieb ab. Ein kleiner Bürostandort braucht einen anderen mobilen Ablauf als ein Bauunternehmen, eine Werkstatt oder eine Organisation mit vielen Filialen. Deshalb ist nicht die längste Funktionsliste die beste, sondern die App, die den eigenen Pflichtprozess ohne Medienbruch trägt.
Stand der redaktionellen Markt- und Quellenprüfung: 6. August 2026. Funktionen, Preise und technische Eigenschaften können sich ändern. Anbieterangaben sollten deshalb in einer Testumgebung verifiziert werden.
App, Web-App oder Desktop-Software?
Der Suchbegriff „App“ bezeichnet im Arbeitsschutz verschiedene Produktformen. Eine Anwendung muss nicht im Apple App Store oder Google Play Store stehen, um mobil nutzbar zu sein.
| Produktform | Typische Stärke | Typische Grenze | Im Test klären |
|---|---|---|---|
| native iOS- oder Android-App | Kamera, Push-Mitteilungen und Offline-Funktionen können tief integriert sein | Installation, App-Updates und Plattformabhängigkeit | Welche Funktionen laufen tatsächlich ohne Netz und welche Daten bleiben lokal? |
| responsive Web-App | gleicher Datenstand auf Smartphone, Tablet und Desktop, meist ohne Installation | offline häufig gar nicht oder nur eingeschränkt nutzbar | Sind Formulare, Tabellen und Statuswechsel auf kleinen Displays vollständig bedienbar? |
| Progressive Web App | kann sich wie eine App starten lassen und je nach Umsetzung lokale Funktionen nutzen | Umfang ist produktabhängig; „PWA“ beweist keine Offline-Fähigkeit | Was wird zwischengespeichert, wie erfolgen Updates und Synchronisierung? |
| Desktop-Software | komfortabel für Stammdaten, Berichte, Auswertung und Administration | mobile Befunde müssen anderweitig erfasst oder übertragen werden | Entsteht doppelte Erfassung zwischen Rundgang und Büro? |
Die BGN-App „Arbeitsschutz – leicht gemacht!“ zeigt beispielsweise, dass eine browserbasierte Anwendung ohne Installation auskommen kann, dafür aber eine Internetverbindung benötigt. Die BG ETEM Web-App GB Start lässt sich im Browser auf PC, Smartphone oder Tablet verwenden und zum Startbildschirm hinzufügen. Entscheidend ist also die nachgewiesene Funktion, nicht die Produktbezeichnung.
Für eine reine Geräteentscheidung führen Arbeitsschutz iPad App und Arbeitsschutz Apps für Android weiter. Diese Seite behandelt die übergreifende Auswahl einer Arbeitsschutz App.
Welche Funktionen sind wirklich wichtig?
Eine gute Auswahl beginnt beim Ablauf und nicht beim Dashboard. Die folgende Matrix trennt Kernfunktionen von bedarfsabhängigen Spezialmodulen.
| Funktionsbereich | Woran eine brauchbare Umsetzung erkennbar ist | Für wen besonders relevant |
|---|---|---|
| Arbeitsstruktur | Standort, Bereich, Tätigkeit und betroffene Personengruppe sind eindeutig | alle Betriebe |
| mobile Erfassung | Befund, Beschreibung, Datum und Kontext bleiben zusammen | Begehungen, Baustellen, Werkstatt, Filialen |
| Maßnahmen | Verantwortliche, Frist, Priorität, Status und Abschlussnachweis sind verbunden | Führungskräfte und Koordination |
| Wirksamkeitskontrolle | Umsetzung und fachliche Wirkung werden getrennt geprüft | Arbeitgeber, Führung, SiFa |
| Gefährdungsbeurteilung | Gefährdung, Bewertung, bestehende und zusätzliche Maßnahmen sind nachvollziehbar | Tätigkeiten und Arbeitsplätze |
| Unterweisung | Thema, Zielgruppe, Anlass, Termin, Teilnahme und Wiederholung sind erkennbar | Beschäftigte und Vorgesetzte |
| Prüfungen | Prüfobjekt, Prüfanlass, befähigte Person, Ergebnis und Folgemaßnahmen sind zuordenbar | Arbeitsmittel und Anlagen |
| Mängelmanagement | Foto oder Hinweis wird zu einer steuerbaren Aufgabe und verschwindet nicht im Protokoll | Rundgänge und Meldungen |
| Rollen und Rechte | Personen sehen und bearbeiten nur die für ihre Aufgabe erforderlichen Daten | mehrere Rollen oder Standorte |
| Historie und Export | Änderungen, Versionen und offene Punkte bleiben für Dritte verständlich | interne Kontrolle und externe Prüfung |
| Offline und Synchronisierung | genauer Offline-Umfang, Konfliktlösung und Schutz lokaler Daten sind dokumentiert | Funklöcher und Außeneinsätze |
| Schnittstellen | Stammdaten werden kontrolliert übernommen und Änderungen eindeutig geführt | größere oder bereits digitalisierte Organisationen |
Nicht jeder Betrieb braucht Gefahrstoffmanagement, Vorfallmanagement, ein Rechtskataster, Audits, Umweltmodule oder eine ERP-Integration. Werden solche Prozesse benötigt, müssen sie jedoch ausdrücklich in die Anforderungsliste. Ein späterer Medienbruch ist teurer als eine ehrliche Auswahlentscheidung.
Rollen: Wer braucht welche Ansicht?
Eine Arbeitsschutz App wird selten nur von einer Person genutzt. Gute Systeme vereinfachen die Mitarbeit, ohne Zuständigkeiten zu verschieben.
| Rolle | Typische mobile Aufgabe | Was die App nicht automatisch übernimmt |
|---|---|---|
| Arbeitgeber oder Betriebsleitung | Status, überfällige Maßnahmen und Handlungsbedarf sehen | Verantwortung für Organisation und Mittel |
| Führungskraft | Maßnahmen übernehmen, Umsetzung bestätigen, Unterweisung veranlassen | fachliche Vollständigkeit aller Bewertungen |
| Fachkraft für Arbeitssicherheit | Begehungsbefunde, Empfehlungen und Wirksamkeitsprüfung strukturieren | Entscheidung und Umsetzung des Arbeitgebers |
| Sicherheitsbeauftragte | Hinweise aus dem Arbeitsbereich melden und Rückmeldung erhalten | Weisungsbefugnis oder formale Maßnahmenfreigabe |
| Beschäftigte | Unterweisungen bestätigen, Hinweise oder Mängel melden | eigenständige Freigabe fachlicher Schutzmaßnahmen |
| Prüfer oder befähigte Person | Prüfobjekt, Ergebnis, Mangel und Protokoll dokumentieren | Befähigung allein durch einen Benutzeraccount |
Der GSC-Suchbegriff „App für Fachkraft für Arbeitssicherheit“ gehört fachlich zur Sifa App. Die dortige Vertiefung behandelt Begehung, Beratung und Übergabe durch interne oder externe Fachkräfte. Für Hinweise aus der Belegschaft ist Sicherheitsbeauftragter App die klarere Rollenperspektive.
Praxisworkflow: vom Befund bis zum geprüften Abschluss
1. Vor dem Rundgang vorbereiten
Arbeitsbereiche, Ansprechpartner, relevante Tätigkeiten und offene Punkte sollten bereits vorhanden sein. Wer erst vor Ort freie Ordnernamen erfindet, erzeugt Dubletten und unklare Zuständigkeiten.
2. Vor Ort sachlich erfassen
Eine Beobachtung braucht Kontext: Wo trat sie auf, welche Tätigkeit war betroffen, wer könnte gefährdet sein und welche Schutzmaßnahmen bestehen bereits? Ein Foto kann ergänzen, ersetzt aber keine verständliche Beschreibung.
3. Fachlich einordnen
Nicht jeder Hinweis ist sofort eine vollständige Gefährdungsbeurteilung. Je nach Befund muss eine fachkundige Person die Gefährdung bewerten, die Reihenfolge der Schutzmaßnahmen beachten und klären, ob Spezialrecht gilt. Für diesen vollständigen Prozess ist Gefährdungsbeurteilung App die zuständige Vertiefung.
4. Maßnahme steuerbar machen
Eine Maßnahme braucht mindestens ein eindeutiges Ziel, eine verantwortliche Person und eine realistische Frist. „Bitte prüfen“ ist keine belastbare Maßnahme. Fotos, Kommentare und Rückfragen sollten am Vorgang bleiben, nicht in parallelen Chats verteilt werden.
5. Umsetzung von Wirksamkeit trennen
„Erledigt“ sagt zunächst nur, dass etwas umgesetzt wurde. Ob die Gefährdung ausreichend reduziert ist, muss gesondert kontrolliert werden. Eine gute App kann deshalb Umsetzungsstatus, Prüfergebnis, Prüfdatum und mögliche Folgemaßnahme getrennt erfassen.
6. Unterweisung und Folgeprozesse ableiten
Neue Arbeitsmittel, veränderte Schutzmaßnahmen oder geänderte Abläufe können Unterweisungsbedarf auslösen. Der Zusammenhang sollte sichtbar sein, ohne Unterweisung und Gefährdungsbeurteilung zu vermischen. Prüfobjekte gehören in einen passenden UVV-Prüfung-App-Workflow, festgestellte Abweichungen in eine Mängelmanagement App.
7. Nachweis und Fortschreibung sichern
Ein Export sollte Bereich, Stand, Ergebnis, Maßnahmen, Verantwortlichkeiten, offene Punkte und Überprüfung verständlich wiedergeben. Bei späteren Änderungen darf der vorherige Stand nicht unbemerkt überschrieben werden.
15 Auswahlkriterien für eine Arbeitsschutz App
1. Einen klaren Einsatzfall definieren
„Arbeitsschutz digitalisieren“ ist zu breit. Besser ist ein prüfbarer Satz: „Bei monatlichen Filialbegehungen sollen Befunde mobil erfasst, Verantwortlichen zugewiesen und bis zur Wirksamkeitskontrolle verfolgt werden.“
2. Pflicht- und Wunschfunktionen trennen
Offline-Nutzung kann auf einer Baustelle zwingend, in einem stabil vernetzten Büro aber entbehrlich sein. Formuliere Muss-Kriterien so, dass sie in einer Demo eindeutig bestanden oder nicht bestanden werden können.
3. Reale Bedienung auf dem kleinsten Gerät testen
Eine Desktop-Demo beweist keine mobile Tauglichkeit. Prüfe Auswahlfelder, Tabellen, Anhänge, lange Begriffe, Hoch- und Querformat sowie das Wiederfinden eines unterbrochenen Entwurfs auf dem tatsächlich eingesetzten Smartphone.
4. Offline nicht als Etikett akzeptieren
Frage getrennt nach Anmeldung, Stammdaten, neuen Befunden, Fotos, bestehenden Dokumenten, Aufgaben und Synchronisierung. Teste einen Verbindungsabbruch und parallele Änderungen. „Offlinefähig“ kann je nach Produkt nur einen kleinen Teil der Funktionen meinen.
5. Von der Beobachtung zur Maßnahme durchspielen
Aus einem Befund muss ohne Abschreiben eine Aufgabe mit Verantwortlichkeit, Frist und Status entstehen. Sonst digitalisiert die App nur die erste Hälfte des Prozesses.
6. Wirksamkeitsprüfung nachweisen lassen
Lass zeigen, wie eine umgesetzte Maßnahme fachlich geprüft, als unwirksam bewertet und in eine Folgemaßnahme überführt wird. Ein einzelner Status „geschlossen“ genügt dafür nicht.
7. Rollen mit Testkonten prüfen
Teste mindestens eine eingeschränkte Rolle. Kann ein Beschäftigter fremde Standorte sehen? Darf eine Sicherheitsbeauftragte fachliche Freigaben erteilen? Sind sensible Meldungen von allgemeinen Begehungsnotizen getrennt?
8. Fotos datensparsam einsetzen
Menschen, Namensschilder, Fahrzeugkennzeichen, Bildschirme oder vertrauliche Unterlagen gehören nicht versehentlich in jeden Befund. Die App sollte Bilder eindeutig zuordnen, Zugriffe begrenzen und Löschprozesse unterstützen.
9. Sicherheit mobiler Geräte einplanen
Gerätesperre, aktuelle Sicherheitsupdates, verschlüsselte Übertragung, Sitzungsende, Mehrfaktor-Authentisierung, lokale Speicherung und Fernlöschung gehören in die Prüfung. Das BSI empfiehlt für mobile Geräte unter anderem wirksame Zugangssperren, Updates und passendes Patchmanagement.
10. Datenschutz konkret beantworten
Kläre Zweck, Rechtsgrundlage, Rollen, Auftragsverarbeitung, Hosting, Löschung, Aufbewahrung und Datenexport. Nach Artikel 5 DSGVO sind personenbezogene Daten auf das erforderliche Maß zu begrenzen und angemessen zu schützen. Ein allgemeines „DSGVO-konform“ ersetzt diese Prüfung nicht.
11. Nachweise ohne Systemzugang lesen
Ein PDF oder Datenexport sollte für Führungskräfte, Beratung und Prüfung verständlich sein, auch wenn die empfangende Person keinen App-Account hat. Prüfe Seitenumbrüche, offene Punkte, Version und Erstellungsdatum.
12. Datenrückgabe und Anbieterwechsel klären
Lass zeigen, welche Stamm-, Prozess- und Anhangsdaten vollständig exportiert werden können. Prüfe auch, wie lange Daten nach Vertragsende verfügbar bleiben und wie ihre Löschung bestätigt wird.
13. Schnittstellen nicht nur versprechen lassen
Für HR-, ERP-, Prüfmittel- oder Identitätsdaten sind Feldzuordnung, Aktualisierungsrichtung, Fehlerbehandlung und verantwortliche Datenquelle wichtig. Eine Logo-Liste möglicher Integrationen ist noch kein funktionsfähiger Prozess.
14. Einführung und Pflege einplanen
Lege fest, wer Bereiche, Personen und Vorlagen pflegt, fachliche Inhalte freigibt, überfällige Punkte verfolgt und Reviews auslöst. Ohne Prozessverantwortung wird auch eine gute App zur unübersichtlichen Ablage.
15. Grenzen des Produkts dokumentieren
Notiere zu jedem Muss-Kriterium „nachgewiesen“, „nicht vorhanden“ oder „offen“. Diese Liste schützt vor der Annahme, dass ein Modulname automatisch den gesamten betrieblichen Bedarf abdeckt.
Die BGN-Orientierungshilfe Arbeitsschutz-Software berücksichtigt unter anderem mobile Endgeräte, Schnittstellen, Datenschutz, Organisation, Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung, Prüfungen und Ereignisse. Sie ist eine gute neutrale Grundlage für eine eigene Anforderungsliste.
Marktüberblick: unterschiedliche Apps, unterschiedliche Aufgaben
Die aktuell sichtbaren Angebote verfolgen verschiedene Schwerpunkte. Die Tabelle ist keine Rangliste und keine Zertifizierung. Aussagen zu fremden Produkten beruhen auf den verlinkten Träger- oder Herstellerseiten und müssen im eigenen Test bestätigt werden.
| Lösungstyp und Beispiel | Sichtbarer Schwerpunkt | Vor der Entscheidung prüfen |
|---|---|---|
| berufsgenossenschaftliche App-Sammlung, BG ETEM Apps und Anwendungen | kostenlose Fachhilfen für einzelne Aufgaben sowie Software zur Gefährdungsbeurteilung | Mitgliedschaft, Branche, konkreter Zweck und Anschluss an interne Maßnahmen |
| Informations-Web-App, ASD*BGN | Informationen und Arbeitshilfen zu vielen Arbeitsschutzthemen, Browserzugriff | Internetverbindung, eigener Organisationsworkflow und Nachverfolgung |
| mobile EHS-Plattform, Quentic App | Anbieter nennt Meldungen, Fotos, Formulare, Audits, Vorfälle und Offline-Erfassung | benötigte Module, Einführungsaufwand, Rollen, Export und Kosten |
| Audit- und Formular-App, Firstaudit | Anbieter nennt individuelle Formulare, Risikobewertung, Fotos, Berichte und Offline-Nutzung | fachlicher Prozess, Synchronisierung, Datenschutz, Integration und Lizenzmodell |
| Arbeitsschutzsystem für Bau und verteilte Teams, EASI Control | Anbieter nennt Gefährdungsbeurteilungen, Begehungen, Vorfälle und Unterweisungen | Branchenpassung, Prüfprozesse, Schnittstellen, Export und tatsächlicher Mobilumfang |
| browserbasierter KMU-Kernprozess, ArbeitsschutzPilot | Gefährdungsbeurteilungen, Maßnahmen, Fristen, Reviews, Unterweisungsstatus und PDF-Nachweise | keine zugesicherte native App, Offline-Erfassung, Fotoaufnahme oder Geolokalisierung |
Ein Fachtool kann für einen einzelnen Prozess besser passen als eine umfassende Plattform. Umgekehrt verhindert eine zentrale Lösung Doppelpflege, wenn mehrere Prozesse und Rollen zuverlässig verbunden werden müssen.
Welche kostenlose Arbeitsschutzsoftware gibt es?
Kostenlose Apps und Tools gibt es vor allem von Berufsgenossenschaften und öffentlichen Trägern. Sie können fachlich sehr wertvoll sein, richten sich aber häufig an bestimmte Branchen, Mitgliedsbetriebe oder Aufgaben.
- Die BG ETEM bündelt Apps, Web-Anwendungen und Arbeitssicherheitssoftware für unterschiedliche Zwecke.
- Die ASD*BGN-Web-App stellt Informationen und Arbeitshilfen für Mitgliedsbetriebe bereit.
- Einzelne Berufsgenossenschaften bieten branchenspezifische Werkzeuge zur Gefährdungsbeurteilung oder für bestimmte Schutzthemen.
- Vorlagen und Checklisten können einen Einstieg erleichtern, bilden aber selten allein Verantwortlichkeiten, Fristen und Wirksamkeitskontrolle ab.
„Kostenlos“ beantwortet deshalb nur die Lizenzfrage. Prüfe zusätzlich Einrichtung, interne Pflege, Updates, Hosting, Datensicherung, Rollen, Maßnahmenverfolgung und Datenexport. Eine ausführlichere Trennung von Freeware, BG-Angeboten und Testmodellen steht unter Arbeitsschutz Software kostenlos; der breitere Funktions- und Kaufprozess gehört zu Arbeitsschutz Software.
Praxistest für Demo oder Testphase
Nutze keine vorbereitete Hochglanzdemo, sondern einen kleinen realen Fall. Dieser Test deckt typische Medienbrüche auf:
- einen Standort und zwei unterschiedliche Arbeitsbereiche anlegen;
- ein eingeschränktes Benutzerkonto einrichten;
- auf dem Smartphone einen Befund mit sachlicher Beschreibung erfassen;
- daraus eine Maßnahme mit Verantwortlichem und Frist erstellen;
- eine Rückfrage und einen Anhang ergänzen;
- die Aufgabe am Desktop bearbeiten und als umgesetzt markieren;
- Wirksamkeit separat prüfen und bei negativem Ergebnis eine Folgemaßnahme anlegen;
- eine Änderung am ursprünglichen Vorgang nachvollziehen;
- bei beworbener Offline-Nutzung den Ablauf ohne Verbindung wiederholen;
- einen lesbaren PDF- und vollständigen Datenexport erzeugen;
- Rechte, Protokollierung, Löschung und Datenrückgabe zeigen lassen;
- Ergebnis und offene Anbieterantworten schriftlich festhalten.
Bewerte nicht nur Klickzahl oder Optik. Wichtiger sind eindeutige Zuständigkeit, Nachvollziehbarkeit, Bedienbarkeit unter realen Bedingungen und die Qualität des erzeugten Nachweises.
Rechtlicher Rahmen: App unterstützt, Verantwortung bleibt
Das Arbeitsschutzgesetz schreibt keine bestimmte App vor. Es beschreibt Pflichten und Ergebnisse, die der betriebliche Prozess erfüllen muss.
| Rechtsgrundlage | Bedeutung für die App-Auswahl |
|---|---|
| § 3 ArbSchG | Der Arbeitgeber muss für eine geeignete Organisation und erforderliche Mittel sorgen, Maßnahmen auf Wirksamkeit prüfen und anpassen. |
| § 5 ArbSchG | Gefährdungen sind nach Art der Tätigkeiten zu beurteilen; die App muss deshalb betrieblichen Kontext abbilden können. |
| § 6 ArbSchG | Unterlagen müssen Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung, festgelegte Maßnahmen und Ergebnis ihrer Überprüfung erkennen lassen. |
| § 12 ArbSchG | Unterweisung muss ausreichend, angemessen sowie auf Arbeitsplatz oder Aufgabenbereich ausgerichtet sein. |
Eine App kann Eingaben führen, Fristen erinnern und Nachweise erzeugen. Sie beobachtet aber nicht selbstständig alle Arbeitsbedingungen und kann nicht garantieren, dass eine fachliche Bewertung vollständig ist. Arbeitgeber, Führungskräfte und beauftragte Personen müssen Schutzmaßnahmen tatsächlich umsetzen und kontrollieren. Fachkraft für Arbeitssicherheit, Betriebsarzt, Interessenvertretung und Beschäftigte sind entsprechend der betrieblichen Situation einzubeziehen.
Pauschale Aussagen wie „automatisch rechtssicher“ oder „mit einem Klick gesetzeskonform“ sind daher kein belastbares Auswahlkriterium. Bessere Nachweise entstehen aus einem fachlich richtigen, gelebten und prüfbaren Ablauf.
Datenschutz und mobile Sicherheit
Arbeitsschutzdaten sind nicht automatisch besondere Kategorien personenbezogener Daten. Durch Namen, Fotos, Standortinformationen, Gesundheitsbezüge oder Vorfallbeschreibungen können sie aber personenbezogen und sensibel werden.
Vor dem Rollout sollten mindestens diese Punkte geklärt sein:
- Welche personenbezogenen Daten sind für welchen Zweck wirklich erforderlich?
- Wer darf Beschäftigten-, Standort- und Meldedaten sehen oder bearbeiten?
- Werden private Geräte zugelassen, und wie werden dienstliche Daten getrennt?
- Welche Daten bleiben offline oder im Browsercache auf dem Gerät?
- Wie werden Geräte gesperrt, aktualisiert und bei Verlust abgemeldet oder gelöscht?
- Welche Auftragsverarbeiter, Speicherorte und Löschfristen gelten?
- Lassen sich Fotos vor dem Upload prüfen und eindeutig einem Vorgang zuordnen?
- Gibt es Protokolle, Mehrfaktor-Authentisierung und einen vollständigen Datenexport?
Die App ist nur ein Teil des Schutzkonzepts. Gerätekonfiguration, Identitätsverwaltung, betriebliche Regeln und Schulung der Nutzenden gehören dazu. Medizinische Einzelangaben sollten nicht in allgemeinen Begehungs- oder Maßnahmenfeldern landen.
ArbeitsschutzPilot als browserbasierte Arbeitsschutz App
ArbeitsschutzPilot ist derzeit eine browserbasierte Anwendung. Der Schwerpunkt liegt auf dem gemeinsamen Prozess nach der Erfassung:
- Arbeitsbereiche und Gefährdungsbeurteilungen strukturieren
- Risiken und Schutzmaßnahmen dokumentieren
- Maßnahmen mit Verantwortlichen, Fristen und Status verfolgen
- Review-Termine und Fortschreibung sichtbar halten
- Unterweisungszuweisungen und Status organisatorisch verbinden
- PDF-Nachweise und gespeicherte Stände je nach Tarif bereitstellen
ArbeitsschutzPilot wird aktuell nicht als native iOS- oder Android-App vermarktet. Offline-Erfassung, Fotoaufnahme und Geolokalisierung werden nicht als vorhandene Produktfunktionen zugesichert. Wer diese Funktionen zwingend benötigt, sollte eine dafür ausgelegte Lösung wählen und die Leistung im eigenen Einsatzfall testen.
Der browserbasierte Ansatz passt vor allem zu kleinen Teams, die auf verschiedenen Geräten denselben Datenstand nutzen und den Weg von Gefährdungsbeurteilung über Maßnahme und Unterweisung bis zum Nachweis zentral halten möchten. Ein eigener Fall kann über Gefährdungsbeurteilung online erstellen begonnen werden; Tarif- und Funktionsdetails stehen auf der Preisseite.
Suchintentionen im App-Cluster sauber trennen
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Quellen und redaktionelle Einordnung
Die Redaktion hat den Rechtsrahmen, Auswahlkriterien und Marktangaben am 6. August 2026 anhand amtlicher, berufsgenossenschaftlicher und direkt von Anbietern veröffentlichter Quellen geprüft.
- Arbeitsschutzgesetz §§ 3, 5, 6 und 12 für Organisation, Gefährdungsbeurteilung, Dokumentation und Unterweisung
- BGN: Orientierungshilfe Arbeitsschutz-Software für technische, organisatorische und datenschutzbezogene Auswahlfragen
- BG ETEM: Apps und Anwendungen für kostenlose Fachtools und Softwareangebote
- DGUV: Hilfreiche Tools und Apps zur unterstützenden Rolle digitaler Werkzeuge
- BSI: Verschlüsselung auf mobilen Geräten für Gerätesperre, Updates und Patchmanagement
- DSGVO Artikel 5 für Zweckbindung, Datenminimierung und Integrität beziehungsweise Vertraulichkeit
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