Vorbereitung

Lege vor der Erfassung fest, welche Bereiche geprüft werden und wer Auskunft geben kann. Ein Gefahrstoffkataster wird besser, wenn Einkauf, Lager, Führungskräfte und Fachkundige dieselbe Struktur nutzen.

  • Bereiche, Standorte und Lagerorte festlegen
  • vorhandene Listen, Bestellnummern und Datenblätter sammeln
  • Verantwortliche für Rückfragen benennen
  • Zielstruktur für Vorlage, Excel oder Software bestimmen

Schritt 1: Bestand aufnehmen

Beginne nicht mit einer leeren Datei, sondern mit den tatsächlichen Bereichen, in denen Gefahrstoffe verwendet oder gelagert werden.

  • Arbeitsbereiche und Lagerorte erfassen
  • Produktnamen, Hersteller und Gebinde aufnehmen
  • nicht mehr genutzte Stoffe kennzeichnen
  • Verantwortliche für Rückfragen festlegen
  • mitgebrachte Stoffe externer Dienstleister gesondert prüfen

Schritt 2: Sicherheitsdatenblätter prüfen

Das Sicherheitsdatenblatt ist die zentrale Quelle für Einstufung, Schutzmaßnahmen und Lagerhinweise. Fehlende oder veraltete Datenblätter sollten als Aufgabe sichtbar werden.

  • Datum und Version dokumentieren
  • Gefahrenpiktogramme und Signalwort übernehmen
  • Hinweise zu Lagerung und Entsorgung prüfen
  • Review bei Produktwechsel auslösen
  • alte Datenblätter nicht überschreiben, sondern nachvollziehbar ersetzen

Schritt 3: Felder und Status definieren

Ein sauberer Aufbau verhindert spätere Doppelpflege. Trenne Pflicht- und Arbeitsfelder, aber führe sie in einer zentralen Stoffübersicht zusammen.

  • Pflichtfelder für Verzeichnis und Gefährdungsbeurteilung markieren
  • Status für offen, geprüft, gesperrt, ersetzt oder außer Betrieb nutzen
  • Verantwortliche und Freigabeweg festlegen
  • Review-Datum und Änderungsgrund dokumentieren

Schritt 4: Folgeprozesse anschließen

Ein Kataster ist erst belastbar, wenn daraus weitere Arbeitsschutzprozesse entstehen. Sonst bleibt es eine Tabelle ohne Wirkung.

  • Gefahrstoff-Gefährdungsbeurteilung aktualisieren
  • Betriebsanweisungen ableiten oder prüfen
  • Unterweisung für betroffene Beschäftigte planen
  • offene Maßnahmen und Fristen dokumentieren
  • Substitution und Lagerbedingungen prüfen, wenn Hinweise darauf bestehen

Selbst erstellen oder erstellen lassen

Kleine Betriebe können die Ersterfassung oft selbst vorbereiten, wenn Stoffe und Sicherheitsdatenblätter überschaubar sind. Externe Unterstützung wird sinnvoll, wenn Einstufungen unklar sind, Datenblätter fehlen, mehrere Standorte betroffen sind oder intern keine fachkundige Prüfung organisiert werden kann. Auch dann bleibt die laufende Pflege eine betriebliche Aufgabe.

  • selbst vorbereiten: Bestand, Datenblätter, Lagerorte und Mengen sammeln
  • extern unterstützen lassen: unklare Stoffe, viele Bereiche oder fehlende Kapazität
  • intern weiterführen: Einkauf, Lager und Fachkraft in Änderungen einbinden

Umsetzung mit ArbeitsschutzPilot

ArbeitsschutzPilot kann die Erstellung als Workflow abbilden: Stoff aufnehmen, Dokumente verknüpfen, Lücken markieren und Reviews planen.

  • Stoffe je Standort und Bereich strukturieren
  • Sicherheitsdatenblätter und Betriebsanweisungen verbinden
  • fehlende Angaben als Aufgaben sichtbar machen
  • Export für interne Prüfung und Nachweis vorbereiten
  • Pflegeprozess nach der Ersterstellung fortführen

Offizielle Quellen und Einordnung

Diese Seite ordnet GefStoffV, TRGS 400 und Sicherheitsdatenblätter für den Aufbau eines Gefahrstoffkatasters ein. ArbeitsschutzPilot unterstützt Erfassung, Aufgaben und Review; die Bewertung konkreter Gefahrstoffe bleibt fachkundig zu organisieren.

  • § 6 GefStoffV für Verzeichnis und Gefährdungsbeurteilung berücksichtigen
  • TRGS 400 als Prozesslogik für Gefahrstoffbeurteilungen nutzen
  • Sicherheitsdatenblätter auf Aktualität und betriebliche Relevanz prüfen
  • Katasterdaten mit Betriebsanweisungen, Unterweisungen und Lagerprüfung verbinden
  • Substitution, Lagerung und Betriebsanweisung bei betroffenen Stoffen fachlich einordnen