Symbole im Fluchtplan: Bedeutung vor Zeichencode
Im Flucht- und Rettungsplan zeigen grüne Rettungszeichen, wo Menschen einen Ausgang, Hilfe oder die Sammelstelle finden. Rote Brandschutzzeichen kennzeichnen Einrichtungen für den Brandschutz. Dazu kommen die Standortmarkierung und die grafisch dargestellten Fluchtwege. Diese Informationen müssen zusammen lesbar sein: Ein korrekt gezeichneter Feuerlöscher am falschen Ort führt ebenso in die Irre wie ein falsches Piktogramm.
Die Farben und Bedeutungsgruppen ergeben sich aus ASR A1.3 Abschnitt 5. Entscheidend sind nicht möglichst viele Symbole, sondern die für den dargestellten Bereich relevanten Angaben. Ob überhaupt ein Plan erforderlich ist, behandelt die Seite zur Flucht- und Rettungsplan-Pflicht.
Die folgenden Tabellen sind eine Auswahl zum Lesen und Kontrollieren eines Plans, keine vollständige Symbolbibliothek. Die Codes helfen beim Abgleich mit einer Zeichendatei; Beschäftigte müssen sie nicht auswendig kennen.
Grüne Rettungszeichen: Ausgang, Hilfe und Sammelstelle
Die Zuordnung der folgenden Codes ist in ASR A1.3 Anhang 1, Rettungszeichen nachprüfbar.
| Zeichen und Code | Bedeutung für den Plan |
|---|---|
| Notausgang links/rechts: E001 / E002 | Bezeichnen die entsprechenden Varianten des Notausgangszeichens. E001 ist nicht pauschal „Fluchtweg“ und E002 nicht dessen Gegenstück „Notausgang“. |
| Erste Hilfe: E003 | Verweist auf einen Ort mit Erste-Hilfe-Ausrüstung, einer entsprechenden Einrichtung oder Hilfeleistung durch Personal. Nicht automatisch ein AED-Standort. |
| Notruftelefon: E004 | Bezeichnet ein Telefon für Notrufe. Nicht als Symbol für einen Defibrillator verwenden. |
| Sammelstelle: E007 | Kennzeichnet den vorgesehenen Sammelpunkt. Dessen Lage muss im Plan nachvollziehbar sein, auch wenn er außerhalb des Gebäudegrundrisses liegt. |
| Defibrillator: E010 | Bezeichnet einen automatisierten externen Defibrillator (AED). Nur an der tatsächlich zugeordneten Stelle eintragen. |
| Augenspülung: E011; Notdusche: E012 | Zwei unterschiedliche Einrichtungen. Nicht unter einem beliebigen Erste-Hilfe-Symbol zusammenfassen, wenn dadurch die konkrete Hilfe unauffindbar wird. |
E003 ist breiter als „Verbandkasten“: Die DGUV-Erläuterung zu Rettungszeichen nennt auch Einrichtungen und Personal. Für die Planprüfung bedeutet das: Erst den tatsächlichen Zweck des markierten Ortes feststellen, dann die Legendenbezeichnung wählen. Ein übernommener Dateiname wie „erste_hilfe_neu.png“ reicht als Prüfung nicht aus.
Rote Brandschutzzeichen: Löschen und Alarmieren
Auch hier muss der Eintrag zur vorhandenen Einrichtung passen. Die BGN-Bibliothek der Brandschutzzeichen zeigt die Originalzeichen zu den Codes.
| Zeichen und Code | Was damit gemeint ist |
|---|---|
| Feuerlöscher: F001 | Standort eines Feuerlöschers, nicht jeder beliebigen Einrichtung zur Brandbekämpfung. |
| Löschschlauch: F002 | Der zugehörige Löschschlauch; nicht durch das ähnlich „passende“ Feuerlöscherzeichen ersetzen. |
| Feuerleiter: F003 | Leiter für die Brandbekämpfung. Nicht mit einem Notausstieg über eine Fluchtleiter verwechseln. |
| Mittel und Geräte zur Brandbekämpfung: F004 | Sammelzeichen für entsprechende Ausrüstung; kein Grund, ein vorhandenes spezifisches Zeichen wegzulassen. |
| Brandmelder: F005 | Kennzeichnet den Brandmelder. Nicht mit dem Zeichen für ein Telefon gleichsetzen. |
| Brandmeldetelefon: F006 | Telefon zur Brandmeldung; nicht dasselbe Zeichen wie das grüne Notruftelefon E004. |
Für F004 empfiehlt die DGUV Information 211-041, Anhang 5 die Verwendung für Ausrüstung ohne eigenes registriertes Sicherheitszeichen. Diese Auswahlregel verhindert eine Legende, in der sehr unterschiedliche Einrichtungen nur noch „Brandschutz“ heißen. Hinweise zur Kennzeichnung außerhalb des Plans stehen im Ratgeber Brandschutzzeichen.
Drei Verwechslungen mit praktischen Folgen
Erste Hilfe ist nicht automatisch ein Defibrillator
E003 sagt nicht, dass an diesem Ort ein AED vorhanden ist. Wer gezielt den Defibrillator sucht, braucht den zutreffenden Eintrag E010. Eine Ergänzung der Legende kann einen tatsächlich vorhandenen Standort genauer erklären; sie kann ein fehlendes Gerät nicht ersetzen.
Ein rotes und ein grünes Telefon sind nicht austauschbar
E004 und F006 unterscheiden den Notruf von der Brandmeldung. Prüfe deshalb bei einem unklaren Telefon-Eintrag dessen vorgesehene Funktion mit der zuständigen betrieblichen Stelle. Einfach die Farbe an die benachbarten Symbole anzupassen wäre eine inhaltliche Änderung, keine gestalterische Korrektur.
Eine Feuerleiter ist kein Fluchtleiter-Zeichen
Die DGUV erläutert F003 als Leiter für Löscharbeiten. E016 bezeichnet dagegen einen Notausstieg mit Fluchtleiter. Ein ähnliches Leiterbild berechtigt nicht dazu, beide Zeichen zu tauschen. Welche Ausstiegsstelle für den konkreten Bereich vorgesehen und geeignet ist, muss fachlich geklärt sein, bevor das passende Symbol in den Plan kommt.
Standort, Fluchtweglinie und Pfeil richtig lesen
Die Standortmarkierung beantwortet „Wo stehe ich vor diesem Aushang?“. Die Fluchtweglinie macht den Verlauf im Grundriss nachvollziehbar. Ein Rettungszeichen benennt dagegen eine bestimmte Sicherheitsinformation. Wer nur nach grünen Flächen schaut, kann diese Ebenen verwechseln.
Nach ASR A1.3 Abschnitt 6 muss der Plan unter anderem den Betrachterstandort, Fluchtwege und relevante Einrichtungen erkennen lassen. Der Plan muss zum Aushangort lagerichtig sein. Ein Standortpunkt aus einer kopierten Etagenzeichnung ist deshalb bei jedem vorgesehenen Aushang neu zu prüfen.
Für die Sicherheitskennzeichnung gilt außerdem: E001 und E002 werden mit einem Richtungspfeil kombiniert; ein Pfeil allein bezeichnet keinen Notausgang. Das ist von einer Weglinie im Plan zu unterscheiden. Der Ausdruck ersetzt auch keine Beschilderung im Gebäude. Die allgemeinen Regeln erklärt ASR A1.3 Sicherheitskennzeichnung; Fragen zur Position des Aushangs behandelt Fluchtplan-Aushang und Höhe.
Die Legende mit dem tatsächlichen Bestand abgleichen
Eine brauchbare Legende erklärt die im Plan verwendeten Zeichen und die Darstellung von Standort und Wegen. Sie ist keine Einkaufsliste aller Symbole aus dem Zeichenprogramm. Unbenutzte Einträge können den Eindruck erwecken, das dargestellte Gebäude verfüge über zusätzliche Einrichtungen.
Als redaktionelle Prüfhilfe eignet sich ein Abgleich in beide Richtungen:
- Vom Plan zur Legende: Ist jedes verwendete Zeichen mit derselben Bedeutung erklärt?
- Von der Legende zum Plan: Wird jeder aufgeführte Eintrag tatsächlich benötigt und verwendet?
- Vom Plan zum Gebäude: Ist die markierte Einrichtung vorhanden, am eingetragenen Ort und eindeutig zuzuordnen?
- Vom Gebäude zum Plan: Fehlt eine für den Plan relevante Einrichtung, obwohl sie vor Ort vorhanden ist?
- Vom Bildschirm zum Ausdruck: Lassen sich Zeichen und Erläuterungen im vorgesehenen Ausgabeformat ohne Verwechslung lesen?
Die Codes können in einer internen Prüfliste stehen. Für die Orientierung auf dem Aushang sind verständliche Bezeichnungen wichtiger als eine bloße Liste wie „E003, E010, F001“.
Beispiel: AED-Symbol über einem Verbandsschrank
Fiktiver Prüffall: Im Plan einer Werkstatt steht E010 am Erste-Hilfe-Schrank. Die Legende nennt dafür „Erste Hilfe“. Bei der Begehung findet sich dort ausschließlich Verbandmaterial.
Hier liegen zwei getrennte Fragen vor. Erstens stimmen Zeichen und Beschriftung nicht überein: E010 bedeutet AED. Zweitens ist das durch das Zeichen angekündigte Gerät am eingezeichneten Ort nicht vorhanden. Nur die Legende in „Defibrillator“ umzubenennen würde den zweiten Fehler sogar deutlicher festschreiben.
Die prüfende Person klärt den Bestand: Gibt es einen AED an anderer Stelle, fehlt ein vorgesehenes Gerät oder wurde lediglich das falsche Zeichen eingesetzt? Erst danach werden Plan und Legende berichtigt. Eine eventuell erforderliche Ausstattung wird separat geklärt; ihr Fehlen lässt sich nicht durch Löschen des Symbols „erledigen“.
Eine kurze Arbeitsnotiz kann lauten: „Plan Werkstatt EG, Zeichen am Erste-Hilfe-Schrank: E010 vorgefunden, nur Verbandmaterial bestätigt; tatsächlichen AED-Bestand klären; Zeichnung und Legende anschließend gemeinsam prüfen.“ Das dokumentiert den offenen Sachverhalt, ohne eine nicht erfolgte Freigabe vorzutäuschen.
Kostenlose Symbole: verlässliche Quellen statt Bildersammlung
Die BGN bietet getrennte Bibliotheken für Flucht- und Rettungszeichen und die oben verlinkten Brandschutzzeichen. Die Seiten enthalten Vorschauen sowie PNG- und WMF-Dateien. Das sind externe Angebote, keine von uns erstellten oder technisch getesteten Downloads.
Vor dem Import sind vier Punkte hilfreich:
- Bedeutung: Stimmen Code, Piktogramm und Bezeichnung überein?
- Regelbezug: Passt das Zeichen zum benötigten Stand und zur Kennzeichnung vor Ort?
- Nutzung: Welche Hinweise des Anbieters gelten für die Datei?
- Ausgabe: Bleiben Form, Farben und Einzelheiten nach Skalierung und Ausdruck erkennbar?
Nicht jede Bibliothek für „Brandschutzpläne“ ist ausschließlich für Flucht- und Rettungspläne gedacht. Feuerwehrpläne und technische Zeichnungen haben andere Zwecke. Eine große Symbolsammlung ist deshalb kein Beleg, dass jeder enthaltene Eintrag auf diesen Aushang gehört. Dateiformate und Bearbeitungsprogramme sind im Vergleich Flucht- und Rettungsplan-Software eingeordnet.
Alte Zeichen und neue Symbole: gemeinsam umstellen
Ein älteres Piktogramm macht nicht automatisch jeden bestehenden Plan unbrauchbar. ASR A2.3 Abschnitt 10 sieht vor: Werden in der Arbeitsstätte noch Vorgängerversionen verwendet, sollen diese auch im Plan erscheinen. Wird vor Ort auf die gültigen Sicherheitszeichen nach ASR A1.3 umgestellt, ist der Plan entsprechend anzupassen.
Das ist keine pauschale Erlaubnis für beliebige alte Zeichen oder einen unklaren Mischbestand. Die Zulässigkeit der vorhandenen Kennzeichnung muss separat beurteilt werden. Für die Symbolprüfung ist entscheidend, Abweichungen festzuhalten und die Umstellung von Beschilderung, Legende und Plan abzustimmen.
Ein neuer Dateiname oder ein aktuelles Exportdatum belegt diesen Abgleich nicht. Der Ablauf für Änderungen und den Austausch betroffener Fassungen steht unter Flucht- und Rettungsplan aktualisieren.
Regelwerke und Grenzen dieser Zeichenübersicht
Stand der Quellenprüfung: 7. September 2026. Die Zuordnungen stützen sich auf die verlinkten ASR-Texte und Erläuterungen der Unfallversicherungsträger. DIN Media führt DIN ISO 23601:2021-11 als aktuelle Ausgabe. Ihre öffentlich zugängliche Beschreibung nennt Gestaltungsgrundlagen für Flucht- und Rettungspläne sowie Sicherheitszeichen nach ISO 7010 beziehungsweise DIN EN ISO 7010.
Der kostenpflichtige Normvolltext wurde für diesen Beitrag nicht eingesehen. Die Tabellen ersetzen daher weder die vollständige Norm noch die Prüfung eines konkreten Plans. Wer aus dem geprüften Bestand erstmals einen Plan aufbauen will, findet den Arbeitsablauf unter Flucht- und Rettungsplan erstellen.