Gefahrstoffe Tabelle: acht Beispiele aus dem Arbeitsalltag

Gefahrstoffe begegnen dir nicht nur im Chemielabor. Sie können als Produkte eingekauft werden oder während einer Tätigkeit entstehen. Die Tabelle ordnet typische Fälle ein, ohne einem unbekannten Produkt ein Gefahrensymbol oder einen H-Satz zuzuschreiben.

Produkt oder entstehender Stoff Was du konkret prüfen solltest
Reiniger mit Säuren oder Laugen Welche Zusammensetzung und Konzentration hat das Produkt? Gibt es laut Datenblatt Gefahren für Haut oder Augen? Wie wird es dosiert und angewendet?
Alkoholhaltige Desinfektionsmittel Was steht zur Entzündbarkeit und gesundheitlichen Gefährdung im konkreten Datenblatt? Wird gewischt oder gesprüht, und welche Menge wird verwendet?
Lösemittelhaltige Lacke und Reiniger Welche Stoffe können beim Öffnen, Umfüllen oder Verarbeiten freigesetzt werden? Produktdaten und tatsächlichen Arbeitsablauf gemeinsam betrachten.
Nicht ausgehärtete Epoxidharzsysteme Harz und Härter getrennt prüfen. Beide Komponenten können sensibilisierende Bestandteile enthalten; Hautkontakt ist ein wichtiger Prüfanlass.
Sprays und Aerosolprodukte Inhalt, Treibmittel und Anwendung unterscheiden. Die Verpackungsform allein erklärt weder alle Gefahren noch die Exposition beim Sprühen.
Holzstaub beim Sägen oder Schleifen Holzart, Werkstoff und Bearbeitung erfassen. Ein Etikett auf einer Chemikalienflasche ist hierfür keine geeignete Informationsquelle.
Schweißrauch bei Metallarbeiten Werkstoff, Beschichtung und Schweißverfahren festhalten. Der entstehende Rauch gehört zur Betrachtung, auch wenn kein entsprechendes Produkt eingekauft wurde.
Dieselmotoremissionen bei laufenden Motoren Tätigkeit und Einsatzort erfassen, insbesondere den Betrieb in Innenräumen. Die Bestandsaufnahme darf nicht beim Dieselkraftstoff im Tank enden.

Die DGUV nennt unter anderem Holzstaub, Schweißrauch und Dieselmotoremissionen als Beispiele. Weitere Produktgruppen beschreibt das Sachgebiet Gefahrstoffe. Die Hinweise zu Harz und Härter beruhen auf den IFA-Praxishilfen zu Epoxidharzen.

Die Übersicht ist bewusst nicht vollständig. Ein nicht aufgeführter Stoff ist dadurch nicht unbedenklich; umgekehrt hat nicht jedes Produkt einer genannten Gruppe dieselbe Einstufung.

Tabelle als Arbeitsmittel, nicht als Rechtsersatz

Beginne mit zwei Fragen: Was wird eingesetzt? Was entsteht bei der Arbeit? Gehe dafür nicht nur die Einkaufs- oder Lagerliste durch, sondern auch die Tätigkeiten. Sonst bleiben beispielsweise Bearbeitungsstäube außerhalb der Übersicht.

Trenne anschließend die allgemeine Orientierung vom betrieblichen Ergebnis. „Reiniger“ ist eine Produktgruppe, aber noch keine eindeutige Produktidentifikation. „Metallbearbeitung“ bezeichnet einen Bereich, erklärt aber noch nicht, ob geschweißt, geschliffen oder entfettet wird.

Ein redaktionelles Beispielszenario: In einer Werkstatt stehen Reiniger im Schrank; daneben wird geschweißt. Eine Liste der Reinigergebinde kann vollständig aussehen und trotzdem den Schweißrauch übersehen. Eine zusätzliche Erfassung der Tätigkeiten macht diese Lücke sichtbar. Das Beispiel beschreibt keinen geprüften Betrieb und gibt keine fertigen Schutzmaßnahmen vor.

Sinnvolle Spalten

Für die erste Aufnahme sind vier Informationen besonders hilfreich: Bezeichnung, Tätigkeit, Arbeitsbereich und Quelle. Damit lässt sich unterscheiden, ob ein Eintrag ein konkretes Produkt, eine Stoffgruppe oder eine prozessbedingte Freisetzung beschreibt. Ergänze einen Prüfstatus, wenn Angaben noch fehlen; eine leere Zelle sollte nicht als „keine Gefahr“ missverstanden werden.

Bei eingekauften Produkten hilft die Gliederung des Sicherheitsdatenblatts beim IFA:

  • Abschnitt 1 dient der Identifikation des Produkts und des Lieferanten.
  • Abschnitt 2 enthält die Einstufung und Kennzeichnung des konkreten Stoffes oder Gemischs.
  • Abschnitt 3 beschreibt Bestandteile. Deren Einzeleinstufungen dürfen nicht einfach zur Einstufung des gesamten Gemischs erklärt werden.
  • Abschnitte 7 und 8 liefern Hinweise zu Handhabung, Lagerung und Expositionsbegrenzung.

Halte deshalb auch Produktvariante und Datenblattstand fest. Ein ähnlich benannter Reiniger eines anderen Lieferanten ist keine verlässliche Ersatzquelle. Die vollständige Auswertung behandelt der Ratgeber Sicherheitsdatenblatt Gefahrstoffe.

Mindestangaben von Zusatzfeldern trennen

Soll die Tabelle als Gefahrstoffverzeichnis dienen, verlangt § 6 Absatz 12 GefStoffV diese Angaben:

  1. Bezeichnung des Gefahrstoffs,
  2. Einstufung oder gefährliche Eigenschaften,
  3. verwendete Mengenbereiche,
  4. Arbeitsbereiche mit möglicher Exposition,
  5. Verweis auf das jeweilige Sicherheitsdatenblatt.

Lagerort, verantwortliche Person, Wassergefährdungsklasse oder Unterweisungsstatus stehen nicht als zusätzliche Pflichtangaben in dieser Aufzählung. Je nach Zweck können sie dennoch wichtig sein; andere Anforderungen bleiben unberührt.

Die Ausnahme für Tätigkeiten mit geringer Gefährdung hängt nach Absatz 13 von Eigenschaften, Menge, Exposition und Arbeitsbedingungen zusammen ab. Eine kleine Verpackung allein begründet sie nicht. Die ausführliche Prüfung und die Zugriffsanforderungen findest du unter Gefahrstoffverzeichnis.

Piktogramm, Gefahrenklasse und Lagerklasse unterscheiden

Eine Tabelle wird nicht genauer, indem unterschiedliche Begriffe in einer gemeinsamen Spalte landen. Halte ihre Funktionen auseinander:

Angabe Bedeutung für die Übersicht
GHS-Piktogramm Sichtbares Warnsymbol der Kennzeichnung. Es ersetzt nicht die vollständige Einstufung oder den Wortlaut der Gefahrenhinweise.
Gefahrenklasse und Kategorie Beschreiben Art und Abstufung einer Gefahr. Ein Produkt kann mehrere Gefahren aufweisen.
H-Satz Benennt eine bestimmte Gefahr. Übernimm keine Codes aus einer fremden Beispielzeile ohne Produktprüfung.
Lagerklasse Dient der Einordnung für die Lagerung. Sie lässt sich nicht allein aus einem einzelnen Piktogramm ableiten.

Die neun Symbole erklärt die Übersicht Gefahrensymbole. Für Etiketten ist Gefahrstoffe Kennzeichnung die passende Vertiefung. Lagerfragen behandelst du anhand der Lagerklassen nach TRGS 510, nicht mit einer selbst erfundenen Zuordnung „Symbol gleich Lagerklasse“.

PDF, Excel und Lagerklassen

Du suchst eine stoffbezogene Nachschlagetabelle als PDF? Das IFA stellt auf seiner Seite die Gefahrstoffliste 2023 bereit. Sie enthält ausgewählte Einstufungen sowie Grenz- und Beurteilungswerte. Beachte das Erscheinungsjahr: Die Liste ist weder eine vollständige Produktdatenbank noch automatisch der aktuelle Stand jedes einzelnen Werts.

Für ergänzende Stoffinformationen bietet sich die GESTIS-Stoffdatenbank des IFA an. Ihre Angaben zu einem Stoff ersetzen nicht das Datenblatt eines anders zusammengesetzten Handelsprodukts. Die Beispieltabelle dieser Seite enthält deshalb keine vermeintlich allgemeingültigen Grenzwerte.

Für eine eigene betriebliche Tabelle ist die bearbeitbare Fassung die Grundlage der Pflege. Ein PDF hält einen bestimmten Stand fest. Kennzeichne ihn mit Datum und Zuständigkeit und halte den Weg zur aktuellen Fassung erkennbar. Die Formatwahl erläutern Gefahrstoffverzeichnis Vorlage Excel und Gefahrstoffverzeichnis Vorlage PDF.

Auch eine gepflegte Übersicht ist keine Freigabe zur gemeinsamen Lagerung. Prüfe dafür die Zusammenlagerungstabelle nach TRGS 510 mit ihren Bedingungen und Einschränkungen.

Abgrenzung zum Gefahrstoffverzeichnis

Die Tabelle oben beantwortet die Frage: Welche Gefahrstoffe könnten bei uns vorkommen? Das betriebliche Verzeichnis beantwortet dagegen: Welche Gefahrstoffe sind bei uns tatsächlich erfasst, mit welchen Eigenschaften, Mengenbereichen, Arbeitsbereichen und Quellen?

Wenn du die Orientierung abgeschlossen hast, nutze ein ausgefülltes Gefahrstoffverzeichnis-Muster, um den Aufbau zu verstehen, oder eine Gefahrstoffverzeichnis-Vorlage für die eigene Struktur. Übertrage dabei keine fremden Musterwerte als Betriebsdaten.

Die fachkundige Gefährdungsbeurteilung bleibt ein eigener Schritt. Aus einer Stoffliste allein folgen weder ein bestimmter Schutzhandschuh noch eine geeignete Absaugung. Dafür fehlen ihr die Bewertung der Tätigkeit und der tatsächlichen Exposition.

Quellen und Grenzen bei gefahrstoffe tabelle

Redaktioneller Abgleich: 20. September 2026. Die Überarbeitung nutzt den aktuellen veröffentlichten Wortlaut der GefStoffV sowie die oben verlinkten DGUV- und IFA-Informationen. Das Erscheinungsjahr der externen Gefahrstoffliste bleibt ausdrücklich 2023.

Der Text wurde KI-gestützt überarbeitet. Eine unabhängige fachkundige Freigabe oder Prüfung konkreter Produkte wird damit nicht behauptet. Die Beispiele dienen der Orientierung; Einstufung, Lagerbedingungen und Schutzmaßnahmen müssen für den tatsächlichen Betrieb fachkundig beurteilt werden. Bei neuen Produkten, geänderten Datenblättern oder anderen Tätigkeiten ist die bisherige Zuordnung erneut zu prüfen.